Interview: Ikuma Saito (Zengakuren)

Interview: Ikuma Saito (Zengakuren)

Micha war diesen Sommer in Tokyo. Abseits ausgedehnter Exkursionen in einschlägige Mangaläden und Spielhallen kam er auch endlich mit Aktivisten der Neuen Linken ins Gespräch. Nach einer Demo an der Hosei-Uni und einer Protestversammlung vor dem Parlament sprach er mit dem Vorsitzenden des Studierendenverbands Zengakuren über studentische Kämpfe an japanischen Hochschulen, den militärischen Kurs der Regierung Abe und die zahlreichen Spaltungen der Linken.

Micha went to Tokyo this summer to talk with Ikuma Saito, president of the Japanese student organization Zengakuren. After a demonstration at Hosei University and a protest gathering at the parliament, they talked about student struggles on campus, the militaristic policies of the Abe administration, and the various splits of the Japanese political left. ENGLISH VERSION BELOW!

 

 

In den letzten Monaten gab es politische Proteste und Demos an verschiedenen japanischen Unis. Dabei ist es auch zu Polizeieinsätzen gegen Studierende gekommen. Wogegen richtet sich der Widerstand?

Große Teile der Gesellschaft sind voller Wut über die von der Abe-Regierung verabschiedeten neuen Sicherheitsgesetzte, die Auslandseinsätze der japanischen Armee erlauben. Die Regierung plant außerdem eine weiter gehende Verfassungsrevision. Damit soll Japan, dass laut dem schon lange ausgehöhlten Artikel 9 der Verfassung zum Frieden verpflichtet ist, wieder umfasssend zum Führen von Krieg berechtigen werden. An den Unis ist es den Studierenden derweil verboten, sich politisch zu äußern und etwa Flugblätter zu verteilen. Aber mehr und mehr Studierende sind nicht bereit, sich zum Schweigen bringen zu lassen.

Gibt es denn keine gesetzlich vorgeschriebenen studentischen Mitbestimmungsorgane, die gegen dieses undemokratische Vorgehen Einspruch erheben könnten?

Nein, eine fest verankerte Selbstverwaltung existiert in Japan schon lange nicht mehr. Um das Wiederaufleben einer starken Studierendenbewegung (wie in den 60er und 70er Jahren) zu verhindern, wurden die existierenden Gremien fast überall abgeschafft. Unser Verband kämpft dafür, dass es sie wieder an sämtlichen Unis gibt.

In Tokyo toben bereits jahrelang erbitterte Auseinandersetzungen an der privaten Hosei-Uni. Geht es dabei um ähnliche Fragen?

An den Kämpfen an der Hosei-Uni beteiligen wir uns schon seit 2006. in diesem Jahr begann die Auseinandersetzung zwischen politisch aktiven Studierenden und einer repressiven Univerwaltung. Zahlreiche Studierende, darunter etliche Mitglieder unserer Gruppe, wurden verhaftet und saßen viele Monate lang in Untersuchungshaft. DieAngriffe richteten sich seitdem gegen Kommilitonen, die Kundgebungen organisiert, Flugblätter für die Proteste gegen den im Sommer 2008 auf Hokkaido veranstalteten G8-Gipfel verteilt oder eine Demo auf dem Campusgelände veranstaltet hatten. All das hat die Uni ab 2006 strengstens verboten. Es gibt keine Mitbestimmung und keine Möglichkeit, Kritik zu äußern. Die private Hochschule wird autoritär geführt wie ein Unternehmen, und politischer Protest schadet dem Geschäft.

Die neue immatrikulierten Kommilitonen werden auf Veranstaltungen von der Unileitung ermahnt, sich nicht mit dem Zengakuren oder der mit uns befreundeten Gruppe Bunka Renmei (Vereinigung der Kulturklubs) abzugeben.

Und während die Unipräsidentin Yuko Tanaka gegen ihre Studierenden vorgeht, tingelt sie durch die Fernsehtalkshows und inszeniert sich als Kritikerin Shinzo Abes und der Verfassungsrevision. Ein Gerichtsprozess endete kürzlich mit Freisprüchen für die verurteilten studentischen Aktivisten. Trotzdem ist dieser Kampf noch lange nicht vorbei.

Auch in Kioto und anderen Städten kam es in der letzten Zeit zu Zusammenstößen auf dem Campus. Breitet sich die Protestbewegung langsam aus?

Nun, bereits die Auseinandersetzungen an der Hosei-Uni fanden ja nicht isoliert statt. Von Anfang an haben Studierende aus dem ganzen Land diesen Kampf auf verschiedene Weise unterstützt. 2006 wurden auch 29 Kommilitonen von anderen Unis verhaftet, weil sie gegen die dortigen Zustände demonstrierten.

Welche Rolle spielt der Zengakuren in diesen Auseinandersetzungen? Was sind Ihre Ziele?

Die erwähnten Regierungsbeschlüsse über das so genannte „Recht auf kollektive Selbstverteidigung“ gehen einher mit der Wiederaufnahme militärischer Forschungen an den Universitäten. Eines unserer aktuell wichtigsten Ziele ist es, die Studierenden zum Streik dagegen zu mobilisieren.

Es geht uns darum, studentische Gegenmacht zu etablieren, um den Angriffen der Regierung und des Kapitals wirkungsvoll Paroli bieten zu können. Wir widersetzen uns dem Versuch, Studierende für die kommenden Kriege zu mobilisieren.

Die Universitäten unterstützen mit mit ihrer Forschung also die Kriegspolitik der Regierung und die Aufrüstung der japanischen Armee?

So ist es. Vor zwei Jahren erließ die Abe-Regierung einen Kabinettsbeschluss, der eine institutionalisierte Kooperation von Regierung, Industrie und dem akademischen Bereich vorsieht. Schon zu Beginn hatte das Verteidigungsministerium zwei Milliarden Yen für derartige Projekte vorgesehen. Diese Summe wurde schnell auf sechs Milliarden erhöht.

Nach der Amtsübernahme der zweiten Regierung unter Shinzo Abe wurde aus schon vorher existierenden vereinzelten Projekten eine öffentlich propagierte Strategie der militärisch-akademischen Kooperation. Zudem gibt es nun auch eine Zusammenarbeit zwischen verschiedenen japanischen Unis und dem US-Militär.

Mit welchen anderen Gruppen arbeitet der Zengakuren zusammen, um diesen Entwicklungen Widerstand entgegenzusetzen?

Wir kämpfen an der Seite der Gewerkschaftsbewegung, vor Allem mit den Eisenbahnergewerkschaften Doro-Chiba und Doro-Mito. Auch mit dem Anti-Atomkraftbündnis Nazen arbeiten wir gut zusammen. In Okinawa unterstützen wir außerdem den Kampf gegen die Präsenz des US-Militärs und den Ausbau der Militärbasen auf der Insel. Dort ist es uns auch gelungen, erstmals organisierte politische Strukturen an der Uni aufzubauen. Mit etlichen unabhängigen Bürgerinitiativen pflegen wir ebenfalls gute Kontakte.

Zielt die enge Zusammenarbeit mit der Gewerkschaftsbewegung darauf ab, die Kämpfe von Arbeitern und Studierenden zusammenzuführen? In der BRD ist es an den Unis ja so, dass viele linke Organisationen hauptsächlich um sich selbst kreisen und mit der Pflege ihrer subkulturellen Nischen beschäftigt sind…

Wir glauben, dass ein enger Kontakt, eine enge Beziehung zwischen Arbeitern und Studierenden unverzichtbar ist. Nicht alle Uniabsolventen werden einmal selbst zu Arbeitern, aber eine große Anzahl von ihnen ist nach dem Abschluss lohnabhängig beschäftigt Grundsätzlich sind wir davon überzeugt, dass nur der gemeinsame Kampf, nur die gemeinsame politische Aktion von Arbeitenden und Studierenden die bestehenden Verhältnisse verändern kann.

Die Politik der Abe-Regierung hat nicht nur unter Studierenden großen Widerstand hervorgerufen. Unter anderem protestiert auch die Kommunistische Partei Japans (JCP) gegen die neuen Sicherheitsgesetze. Wie beurteilen Sie deren Rolle in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen? Arbeiten der Zengakuren und die JCP zusammen?

Uns geht es in erster Linie darum, die Selbstermächtigung der Arbeitenden zu unterstützen. Arbeiter sollen ihre eigene Macht erkennen, und selbst organisiert für ihre Befreiung kämpfen. Auch innerhalb der Studierendenbewegung wollen wir dazu beitragen, dass sich unsere Kommilitonen eigenständig gegen politische und sonstige Unterdrückung erheben. Wenn andere Organisationen diese grundsätzliche Einschätzungen teilen, arbeiten wir gerne mit ihnen zusammen.

Und die JCP zählen Sie nicht zu diesen Organisationen? Immerhin handelt es sich bei ihr um die einzige Kraft im Parlament, die der Abe-Regierung etwas entgegensetzen kann.

Nein. Tatsächlich haben wir bzw. unsere Vorläuferorganisation bereits in den 1950ern einen Bruch mit der JCP vollzogen. Der Einmarsch der UdSSR in Ungarn im Jahr 1956 war für uns ein entscheidender Wendepunkt. Was in Ungarn stattfand, war unserer Auffassung nach ein Aufstand von Arbeitern gegen ein System, dass wir als Stalinismus bezeichnen. In den so genannten sozialistischen Staaten gab es keine Herrschaft der Arbeiterklasse, sondern eine Herrschaft der Bürokratie.

Zu dieser Zeit, als die meisten Mitglieder der japanischen Studierendenbewegung noch Anhänger der JCP waren, kam es zu mehreren organisatorischen Spaltungen. Dies hatte auch innenpolitische Ursachen: Die KP verabschiedete sich zu dieser Zeit von ihren revolutionären Zielen. Sie schlug einen reformistischen Kurs ein und orientierte auf einen parlamentarischen Weg zum Sozialismus. Zudem spielte sie auch eine negative, das heißt die Kämpfe der Arbeiter hemmende Rolle innerhalb der damals stattfinden Massenstreiks. Wir betrachten die JCP seitdem als eine Partei, die sich von der Arbeiterklasse abgewandt und mit dem Prinzip der internationalen Solidarität gebrochen hat.

Abseits dieser historischen Brüche und der unterschiedlichen Einschätzung der sozialistischen Staaten: Worin bestehen heute die konkreten politischen Differenzen zwischen der JCP und dem Zengakuren?

Auch heute geht es um ganz konkrete Dinge: Es geht um die Frage, wie wir kämpfen, wie wir uns organisieren müssen. Die KP läuft zwar überall mit und hat immer ihre Fahnen dabei. Im Betrieb und an der Uni, in den alltäglichen Kämpfen der Menschen taucht sie allerdings nicht auf.

Die kämpferische Gewerkschaft Doro-Chiba, mit der wir zusammenarbeiten, sucht die Beschäftigten an ihren Arbeitsplätzen auf und diskutiert mit ihnen, verteilt Flugblätter, ruft zu Streiks und Protesten auf. Die KP tut so etwas nie. Ihre Abgeordneten schwingen große Reden im Parlament, aber in die betrieblichen Kämpfe greift die Partei nicht ein. Ein Wille, zu kämpfen und die bestehenden Verhältnisse wirklich zu verändern, ist nicht vorhanden.

In den 60er Jahren, während des des Kampfes gegen den japanisch-amerikanischen Sicherheitsvertrag (bekannt unter dem Kürzel AMPO), und in den frühen 70er Jahren hatten Zengakuren und andere Gruppen der Neuen Linken noch mehrere zehntausend Anhänger. Demos von Gruppen links der JCP brachten Hunderttausende auf die Straße. Heute allerdings ist die Neue Linke in Japan weit von einer solchen Massenverankerung entfernt. Wie erklären Sie sich das?

Eine wichtige Rolle hat dabei eine konterrevolutionäre Gruppe namens Kakumaru-ha (Revolutionär-marxistische Fraktion) gespielt, die ebenfalls den Namen Zengakuren für sich beansprucht. Diese Leute waren erschrocken über das explosionsartige Wachstum der Studierendenbewegung, sie sahen sich dabei selbst im Abseits und ihre Felle davonschwimmen. Ab 1970 reagierten sie mit Gewalt gegen uns und andere Gruppen.

Sie machen das Wirken dieser einzelnen Gruppe maßgeblich für den Niedergang der Studierendenbewegung und der Neuen Linken insgesamt verantwortlich?

Die schlimmste Gewalt kam natürlich von Seiten des Staates. Millionen von Studierenden waren damals in den universitären Selbstverwaltungsorganen Mitglied und Teil der politischen Kämpfe. Der Staat fühlte sich herausgefordert und ging schließlich zur Gegenoffensive über. Es kam zu massiven Angriffen auf die Organisationen der Studierenden, und auch die kämpferische Gewerkschaftsbewegung war mit einer großen Repressionswelle konfrontiert. Viele Führungspersonen wurden verhaftet und eingesperrt. Auch die weltweite, neoliberale Offensive gegen die Arbeiterbewegung in den 1980er Jahren ist in Japan nicht ohne Folgen geblieben: Im Zuge umfassender Deregulierung und Privatisierungen wurden die Organisationen der Arbeiter empfindlich geschwächt. Die Kakumaru-ha sah all das als eine günstige Gelegenheit, und ging dann ihrerseits mit Gewalt gegen politische Aktivisten vor. Sie vollzogen den Wechsel auf die Seite des Staates.

In Japan wird der Krieg zwischen Ihrer Organisation und Kakumaru-ha häufig unter dem Begriff „Uchi-geba“ (innerfraktionelle Gewalt) verwendet. Es ist für Außenstehende kaum zu begreifen, wie sich zwei aus der selben Strömung hervorgegangene Gruppen einen Jahrzehnte dauernden Krieg liefern konnten, der dutzende Mitglieder beider Organisationen das Leben gekostet hat.

Es geht völlig an der Sache vorbei, diesen Konflikt als innerlinke Auseinandersetzung zu beschreiben. Als die Kakumaru-ha Anfang 70er Jahre begann, die Teilnehmer unserer Demos und Versammlungen mit Holzlatten zu attackieren, hat die Polizei einfach zugesehen Es war nicht mehr möglich, eine Kundgebung zu organisieren, ohne befürchten zu müssen, dass es zu Auseinandersetzungen mit den Kakumaru-Leuten kommt. Der Staat ließ sie gewähren und war froh, dass sie ihm die Arbeit abnahmen. In ihrer Zeitung schrieb die Gruppe damals selbst, dass nun, da wir durch die Repression bereits geschwächt seien, die richtige Zeit zum Angriff gekommen sei. Ich finde, man kann die Rolle, die die Kakumaru-ha spielte, durchaus mit dem Terror gegen die Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik vergleichen: Faschisten gingen mit Mord und Totschlag gegen linke Aktivisten vor, und der Staat ließ sie in der Regel gewähren.

Im Rahmen eines Gerichtsprozesses wurde 2012 außerdem festgestellt, welche Rolle die Kakumaru-ha beim Kampf gegen die Privatisierung der japanischen Eisenbahn in den 80er Jahren gespielt hatte. Es kam heraus, dass deren Mitglieder Namen von Gewerkschaftsaktivisten gesammelt und diese dann bei den Eisenbahngesellschaften denunziert hatten. Das zeigt deutlich, auf welcher Seite diese Leute standen und heute noch stehen. Tatsächlich gab es in Japan auch Streit zwischen anderen linken Gruppen, oder auch mal eine Schlägerei. Die Gewalt der Kakumaru-Angehörigen war jedoch einzigartig. Wir waren übrigens nicht die einzige Gruppe, die von der Kakumaru-ha attackiert wurde.

Viele politisch Interessierte Menschen in Deutschland erfahren nichts davon, dass es noch immer eine kämpferische Linke Bewegung in Japan gibt.Was können Studierende und Arbeitende hierzulande tun, um den Widerstand an den Unis und in den Betrieben zu unterstützen?

Wir rufen die Arbeitenden und Studierenden in der BRD dazu auf, sich zu verbünden, gemeinsam zu streiken und gemeinsam gegen Kapitalismus und Imperialismus zu kämpfen. Die beste Form der Unterstützung ist die internationale Solidarität!

 

Dieses Interview erschien ursprünglich am 8. August 2015 in der Tageszeitung  junge Welt in leicht abgeänderter Fassung.


ENGLISH VERSION

During the last months, several protests and demonstrations occured on various campuses all over Japan. There were also police attacks against students. What are they protesting against?

A large part of society is filled with anger against the new security bills which were passed by the Abe government. These bills make it possible to send Japanese troops on foreign missions. The Japanese government is also planning to revise the constitution on a larger scale, in order to fully enable Japan to wage war. According to Article 9 of the constitution, Japan is obliged to uphold peace, and is not allowed to have armed forces.

With all of this going on, students on the campuses are not allowed to voice their opposition or to engage in political debates. For example, it is forbidden to distribute political leaflets on campus. Still, more and more people are not letting themselves be silenced any longer.

Is there no institutionalized self-government body for students? Or at least something like a student parliament where people object against such undemocratic measures?

No, at present, law does not prescribe councils for student participation. The existing self-government bodies were crushed at most universities. This happened in order to prevent the re-emerging of a strong students movement as it existed throughout the 1960s and 70s. Our group fights for self-government councils to be reestablished at every university.

At Hosei private university in Tokyo, a large student struggle has been going on for years. Was this struggle also about the question of student democracy and self-government?

We have been participating in the Hosei struggle since 2006. That was the year when the conflicts between politicized students and the university administration escalated. Many students have been arrested and imprisoned for several months since then. Those attacks were directed against people who organized meetings, who distributed political flyers and who held demonstrations on the campus against the G8 summit in Hokkaido back in 2008.

All those activities had been strictly outlawed by the university administration. There is no self-participation and it’s not possible to openly criticize what’s going on. The private university is run like a big corporation, and political protest is bad for business. First-term students are warned by the administration not to get involved with Zengakuren or with Bunka Renmei, the federation of Culture Clubs that is also affiliated with our struggle. And while university president Yuko Tanaka acts against her own students, she regularly visits television talk shows and acts like a critic of Shinzo Abe and the revision of the constitution. After a lawsuit, the activists who had remained imprisoned were acquitted. But this struggle is far from over.

Recently, there have also been protests and clashes at Kyoto University and on other campuses. Is the movement starting to spread throughout the country?

Well, even the clashes at Hosei University did not occur in an isolated environment. since the beginning, students from various universities all over the country supported the struggle. 29 of the students arrested in 2006 were from other universities.

Which role does Zengakuren play in these struggles? What are your political aims?

The aforementioned new security bills passed by the government are being accompanied by the re-emergence of military research at universities. At the moment, one of our most central aims is to gather students against these developments. We resist any attempts to mobilize students for the government’s wars.

This means, universities are lending support to the government’s war policies and to the military buildup of the Japanese army?

Exactly. Two years ago, the Abe administration issued a cabinet decision calling for an institutionalized cooperation between the government, the industry and the academic sector. At the beginning, two billion Yen were to be invested in these projects. This sum was quickly raised to six billion. Furthermore, now several Japanese universities are cooperating with the US military.

Which organizations does Zengakuren cooperate with in order to build up resistance against all that?

We are fighting side by side with the trade union movement, especially with the militant railroad workers unions Doro-Chiba and Doro-Mito. Then we have a good cooperation with Nazen, an alliance who fights against the use of nuclear power and for the victims of the Fukushima disaster. And of course, we also support the struggle of the people of Okinawa, who fight against the presence of the US-military and the expansion of its military bases. In Okinawa, we recently succeeded in establishing organized political structures on the campus – for the first time ever.

By supporting the trade union movement, do you aim to link workers struggles with campus struggles? In Germany, many left-wing groups on campus are mainly concerned with themselves and with administering their small subcultural niche…

We think that a strong alliance of workers and students is of utmost importance. Not all who graduate from university become workers afterwards, but most will rely on working as wage-dependent employees. We are convinced that only joint political actions, only the common struggle of workers and students can change the existing social and political conditions.

The Abe government’s policy is facing resistance not only from the student movement. Among others, the Japanese Communist Party (JCP) is staging protests against the security bills. What do you think about their role within the protest movement? Are Zengakuren and the JCP working together?

First and foremost, we strive to support workers’ self-liberation and self-determination. We want to support workers in realizing the power they have, and we want them to help them with organizing themselves, in order to fight for their liberation autonomously. Within the student movement, also, we try to contribute to our fellow students’ independent uprising against political and all other forms of oppression. If other organizations share these basic goals with us, we are definitely willing to work together.

Are you saying you think that the JCP is no such organization? At least, this party is the only force in parliament who is able to put up against the Abe administration.

No. Actually, we (or rather, our forerunner organization) have already broken with the JCP in the 1950s. For us, the Soviet invasion in Hungary in 1956 was a decisive turning point. We think that what happened in Hungary was an uprising of workers against a system we call Stalinism. There was no workers rule, but a rule of bureaucrats in the so-called socialist states. At that time, when most activists in the student movement were stil affiliated with the JCP, several organizational splits took place. These splits also occured because of domestic developments: the JCP broke with all its revolutionary aims and opted for a reformist, parliamentary way towards socialism. The party also played a negative role within mass strikes that occured in the mid-fifties: JCP urged the workers not to seek confrontation with the state. Ever since that time, we have been thinking of the JCP as a party who has turned away from the working class and has broken with the principles of international solidarity.

Putting aside historic breakaways and different judgements of the socialist states: What are the concrete political differences between Zengakuren and the JCP today?

Today, the issues are also very concrete: It’s about the question how we must fight, how we must organize. The JCP is running around everywhere, always carrying their flags. But they never show up at the workplaces or on campus. The militant union Doro-Chiba, which we cooporate with, comes to talk to people at their workplaces, seeks to come into discussion with workers, distributes flyers and mobilizes for strikes and demonstrations. JCP never does that. Their lawmakers talk big in parliament, but they never intervene in the struggles that occur at the workplaces. The party has no will to fight, no will to really change the existing social conditions.

In the 1960s, at the time of the big struggles against the so-called Japanese-American security treaty (AMPO), the Japanese New Left had tens of thousands of activists. Hundereds of thousands were attending demonstrations and protests staged by groups to the left of the JCP. Today, the New Left is far away from drawing such masses of people. How would you explain that?

A counter-revolutionary group which calls itself Kakumaru-ha („Revolutionary Marxist Faction”) and which also claims the name of Zengakuren played a major role in that process. Those people were frightened when faced with the explosion-like growth of the student movement. They saw their own political influence in decline and feared to be marginalized in the process. From 1970 onwards, they reacted with violent attacks against us and other groups.

You actually think that this one particular group is to be made responsible for the decline of the student movement and the New Left as a whole?

The most terrible violence came, of course, from the state. At the time, millions of students were participating in various organs of self-government at the universities. So all of them were, in one way or another, participating in the movement. The state saw this movement as a challenge against its authority, and finally started a counter-offensive. Massive attacks against the organisations of students took place. Also, the militant part of the labour movement was confronted with a large wave of repression. Many leading figures of the student and labour movement were arrested and put into jail. The neoliberal world wide attacks on the workers’ movement during the 1980s also played their part. In Japan, they resulted in a widespread wave of deregulation and privatization. In the process, the labour movement was weakened considerably. Kakumaru-ha saw all that as a welcome opportunity, and reacted with even more violence against political activists. Finally, they switched sides and aligned themselves with the state.

In Japan, the war between your organization and Kakumaru-ha is often referred to with the term „uchi-geba“ (inner-factional violence). For outsiders, it is actually hard to believe that two groups that originated from the same political current could engage in a conflict that lasted for decades – and that claimed dozens of lives on both sides.

Labeling this conflict as an inner-leftwing quarrel completely misses the point. When Kakumaru-ha started attacking our demonstrations and meetings with wood laths in 1970, the police stood beside doing nothing. It was impossible to organize a rally without having to fear being attacked by members of Kakumaru. The state just let them be and was happy to have them do its dirty work. In their newspaper, the group themself proclaimed that it was the right time to attack us, now that we had been weakened by state repression. I think you can compare the tactics of Kakumaru-ha with the terror against the revolutionary workers movement in the Republic of Weimar: Fascists were murdering left-wing activist, and the state, in most cases, just let them do as they liked and did not prosecute them. Moreover, during a lawsuit that took place in 2008 it was made public which role Kakumaru-ha played during the struggle against the privatization of the Japanese Railroad in the 1980s. It was revealed that they had collected names of union activists. Afterwards, they went to the railway companies and informed against them. This clearly shows on which side they were on – and still are. Of course, there were inner-factional quarrels between different left-wing groups, and there were fights from time to time. The violence of Kakumaru-ha, however, was something completely different. You also have to know that it wasn’t only us who were attacked by them. Their aggression was also directed against other political organizations.

A lot of politically interested people in Germany don’t even know that there still is an active and militant left-wing movement in Japan. What can German workers and students do to support resistance on the campuses and at the workplaces?

We call out to workers and students in Germany to align with each other, to join sides by organizing strikes, and to struggle together against capitalism and imperialism. The best form of supporting is international solidarity!

 

This interview was originally published in the left-wing German daily newspaper junge Welt on August 8th, 2015.

 

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